Kulturelle Bildung
 

Das HBPG richtet seine Arbeit im Bereich Vermittlung zunehmend an dem immer wichtiger werdenden Handlungsfeld der kulturellen Bildung aus. Mit Führungen und museumspädagogischen Programmen wollen wir alle Altersgruppen ansprechen.

Im Mittelpunkt unserer Vermittlungsarbeit steht die museumspädagogische Zusammenarbeit mit Schulen. Dafür hat das HBPG gemeinsam mit Kooperationspartnern innovative Bildungsformate für Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen entwickelt und sehr erfolgreich umgesetzt. Das wichtigste Projekt ist das Bildungsangebot "Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben". Es startete im Jahr 2006 zunächst mit einem Angebot zur brandenburgisch-preußischen Geschichte und wurde 2008 um ein Modul zur DDR-Geschichte mit dem Titel "Auf den Spuren der DDR" erweitert. Mittlerweile gibt es etliche Brandenburger Schulen, die dieses Bildungsangebot fest in ihre Schuljahresplanung aufgenommen haben und dafür jedes Jahr mit mehreren Klassen in unser Haus kommen.

In den vergangenen Jahren hat das HBPG gemeinsam mit weiteren Partnern im Land Brandenburg auch außerhalb Potsdams Projekte der kulturellen Bildung konzipiert und durchgeführt. Hier ein Rückblick:

Ein Tag im Oderland - Geschichte erleben ›››


Ermutigt durch den Erfolg des Bildungsangebotes "Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben" hatten das HBPG und die Gemeinnützige Kultur GmbH Märkisch-Oderland 2009 eine Kooperation begründet und einen auf die Region Märkisch-Oderland zugeschnittenen Projekttag "Ein Tag im Oderland – Geschichte erleben" konzipiert.
Dieses Bildungsprojekt wurde von September 2010 bis Oktober 2013 in gemeinsamer Trägerschaft durchgeführt. Im November 2013 hat die Gemeinnützige Kultur GmbH Märkisch-Oderland als neuer Träger das Bildungsangebot übernommen

Der Projekttag bot Schülern der Primar- und Sekundarstufe mit zwei altersgerechten Themenprogrammen die Möglichkeit, im Rahmen des außerschulischen Unterrichts einen ganzen Tag per Bus und zu Fuß im Oderland unterwegs zu sein und mit Führungen und eigenständigen Erkundungstouren Geschichte an authentischen Orten zu erleben.
Dank der Förderung durch die Sparkassen Märkisch-Oderland und Oder-Spree konnte der Kostenbeitrag für Schüler aus den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree für das Programm I auf 7,50 Euro und für das Programm II auf 7 Euro pro Schüler – inklusive Bustransfer – begrenzt werden.

Programm I "Das Oderbruch – seine Trockenlegung und Kolonisation"
(für Schüler der Jahrgangsstufe 4 bis 6 und für Sekundarstufe I)
Die Reise in die Vergangenheit begann im Oderlandmuseum Bad Freienwalde. Hier erfuhren die Schüler, wie die Menschen vor der Trockenlegung des Bruches lebten und warum die Oder in ein neues Flussbett umgeleitet und verlegt wurde. Um das anschaulich zu machen, ging es mit dem Bus direkt in das Bruch. Die Schüler besuchten ein Dorf, das schon vor der Trockenlegung existierte und an dem noch sehr deutlich die einstigen Grundstrukturen zu erkennen sind. Danach führte die Fahrt über ein Kolonistendorf, das nach der Trockenlegung des Bruchs angelegt wurde, weiter direkt zur Oder. Anschließend erhielten die Schüler im Brandenburgischen Freilichtmuseum Altranft zunächst eine Kartoffelsuppe nach einem regionalen Rezept. Danach ging es – ausgerüstet mit einem "Geschichtsrucksack" – auf eine Erkundungstour durch den Ort, um die einstige Lebensweise der Fischer und Bauern kennenzulernen.

Programm II "Von Kostrzyn/Küstrin zu den Seelower Höhen – Erinnerung an 1945"
(für Schüler der Sekundarstufe II)
Der Besuch von originalen Schauplätzen der Schlacht um die Seelower Höhen sollte Anregung sein, sich mit den Ursachen des Zweiten Weltkrieges und seinen verheerenden Folgen für das Oderbruch auseinanderzusetzen. Von der Gedenkstätte/Museum Seelower Höhen führte die Reise zunächst in die polnische Stadt Kostrzyn (bis 1945 Küstrin). In der ehemaligen Altstadt, die durch den Krieg aber völlig zerstört wurde, erhielten die Schüler eine Führung zur Geschichte der Festungsanlagen und zur Situation kurz vor Kriegsende im Frühjahr 1945. Dann konnten sie selbstständig über das Areal mit den Ruinen der einstigen Altstadt gehen und mit Hilfe historischer Fotos das Ausmaß der Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg vor Ort erkennen. Auf der Rückfahrt nach Seelow wurd mehr zum Verlauf der Entscheidungsschlacht 1945 vor Berlin und zu ihren Auswirkungen für die Bewohner der Region an der Oder erläutert. Nach einem Rundgang auf dem Gelände der Gedenkstätte Seelow und dem Film "Schlachtfeld vor Berlin" (1994) tauschten sich die Schüler in einem Abschlussgespräch über ihre Eindrücke aus. Ein Reisetagebuch begleitete die Schüler und war bei der Nachbereitung des Erlebten behilflich.

 
 

Grenzregion Oder – Begegnung mit Geschichte ›››


Das Projekt "Grenzregion Oder – Begegnung mit Geschichte" führte 2012 und 2013 Bildungsträger sowie Akteure in Kunst und Kultur in der deutsch-polnischen Grenzregion zu einem Netzwerk zusammen und förderte neue Kooperationen von Partnern – von Eisenhüttenstadt bis Bad Freienwalde und von Zielona Góra bis Gorzów Wielkopolski.
Es diente dem Erfahrungsaustausch zu Formen und Methoden der Vermittlungsarbeit von Geschichte und bot die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote zur kulturell- historischen Wissensvermittlung beiderseits der Oder kennenzulernen.

Dieses Anliegen begleitend wurde eine Übersicht über "Ausgewählte Museumsangebote mit Lehrplanrelevanz in der Oder-Grenzregion" erarbeitet.
Download (PDF, 884KB)

 

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Märkisch-Oderland

Logo: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Logo: Europäischer Sozialfonds Logo: Sparkasse Märkisch-Oderland

 
 


 
1
2
 
© 2017 Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH