Schematische Darstellung der Deformation der irdischen Magnetosphäre durch den auftreffenden Sonnenwind © ESA
Fokus: Erde
Von der Vermessung unserer Welt

Eine Ausstellung des Helmholtz-Zentrums Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ in Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

24.03.2017 - 09.07.2017


Universaltheodolit, der bei der Mitteleuropäischen Gradmessung 1868 eingesetzt wurde, Hersteller: Pistor & Martins, 1851, Foto: H. Vonderlind © Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ Anlässlich des 25jährigen Bestehens des Helmholtz-Zentrums Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ erzählt erstmals eine Ausstellung die Wirkungsgeschichte der Geowissenschaften in Potsdam. Diese ist eng verbunden mit dem Potsdamer Telegrafenberg, einem der traditionsreichsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands. Hier wurde das weltweit erste Astrophysikalische Observatorium errichtet, hier liegt eine der Geburtsstätten der deutschen Meteorologie, und hier bezog vor 125 Jahren das Königlich-Preußische Geodätische Institut (GIP) neue Forschungsräume. 1870 in Berlin gegründet, war es damals schon das Zentralbüro der europäischen Gradmessung und ab 1886 der internationalen Erdmessung. Es erlangte Weltruhm als Forschungszentrum der Geodäsie, der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erde.

Die Ausstellung spannt ein gleichermaßen spektakuläres wie vielfältiges Panorama der wissenschaftlichen Blütezeit des GIP bis etwa zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Sie erzählt von wagemutigen Wissenschaftlern und innovativen Forschungsmethoden, von Unikaten mechanischer und optischer Präzisionsinstrumente aus über 100 feinmechanischen Werkstätten in und um Berlin, von der Erfindung und Entwicklung seismologischer und Erdschweremessungen sowie von der Geschichte der exakten Zeitbestimmung "Made in Potsdam". Wissenschaftliche Expeditionen in die Antarktis und nach Grönland führten wichtige Forschungsaufträge und neueste Messinstrumente vom Potsdamer Telegrafenberg im Gepäck. Wissenschaftler des GIP waren mit ihren Messungen auf allen Kontinenten unterwegs.

Preußisches Telegraphen-Zimmer einer Telegrafenstation der optischen Telegrafenlinie Berlin – Koblenz, um 1835, kolorierte Lithographie © Museumsstiftung Post und Telekommunikation Frankfurt/M. Die Schau präsentiert über 120 Objekte, darunter einzigartige Exponate und zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotos, Grafiken und Karten aus den Beständen des GFZ und von Leihgebern wie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Länderkunde Leipzig oder dem Vermessungstechnischen Museum Dortmund. Sie machen nicht nur Wissenschaftsgeschichte anschaulich, sondern sind auch faszinierende kulturelle, politische und technologische Zeugnisse einer Zeit, die von einem scheinbar unerschütterlichen Fortschrittsgeist geprägt war.

Die Ausstellung spannt auch einen Bogen aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. der Potsdamer Geowissenschaften. Sie greift bedeutende wissenschaftliche Traditionslinien auf, die bis in die aktuelle Erforschung des Systems Erde reichen. Heute gehört das GFZ zum Wissenschaftspark "Albert Einstein", ebenso wie die international renommierten Wissenschaftseinrichtungen zur Polar- und Meeresforschung, zur Klimafolgenforschung und zur Erforschung der Astrophysik und des Wetters.

Kurator der Ausstellung ist Dr. Johannes Leicht (www.geschichtslotsen.de).

Vermessung der Eruptionsdynamik am aktiven Vulkan Karymsky in Kamtschatka, Foto: T. Walter © Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ Zur Ausstellung erscheint der Begleitband "Fokus: Erde. Focus: Earth"
Herausgegeben von Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Deutscher Kunstverlag 2017,
Text: Deutsch/Englisch, ca. 328 Seiten mit 150 meist farbigen Abbildungen, 23 x 30 cm, Hardcover
ISBN 978-3-422-07395
Preis im Buchhandel: 25 Euro | Preis im Museumsshop: 22 Euro
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Führungen
öffentliche Ausstellungsführungen
mit dem Kurator Dr. Johannes Leicht
Sa, 25.03. | Sa, 29.04. | Sa, 20.05. | Sa, 08.07.
jeweils um 15:00 Uhr
Gebühr incl. Ticket/Person: 8 Euro

Gruppenführungen auf Anmeldung
bis 20 Personen | ca. 50 Minuten
Erwachsene: 50 Euro Gebühr + 5 Euro erm. Ticket/Person
Schulklassen: 60 Euro Gebühr, Eintritt: frei

Förderer
Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung und der "Vereinigung der Freunde und Förderer des GeoForschungsZentrums Potsdam e.V." .

Eintritt
5 Euro, ermäßigt 4 Euro
freitags 4 Euro


 
 
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